Aufarbeitungsprojekt Mecklenburg – Stand Mai 2021

Das Forschungskonsortium der Universität Ulm unter der Leitung von Frau Professorin Manuela Dudeck arbeitet trotz der Einschränkungen durch die Coronapandemie kontinuierlich an der Studie zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Mecklenburgs weiter. Im Juli 2021 soll ein Zwischenbericht vorgelegt werden.

An mehreren Orten in Deutschland wurden bislang mit neun von sexuellem Missbrauch betroffenen Menschen persönliche Gespräche geführt. Weitere neun Gespräche wurden mit verantwortlichen Kirchenvertretern geführt. Darüber hinaus wurde mit zwei unabhängigen Fachkräften gesprochen. Die Gespräche werden fortgesetzt.

Das Aktenstudium ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Studie. Frau Laura Rinser M.A. hat im Diözesanarchiv des Erzbistums Hamburg die Personalakten der Priester, die in Mecklenburg gearbeitet haben, durchgesehen. Die Versetzungsakten wurden ebenfalls durchgesehen und mit der Durchsicht der Ortsakten wurde begonnen. Die Akten im Geheimarchiv des Erzbischofs wurden zur Durchsicht bereitgestellt, ebenso die Akten der Betroffenen, der erzbischöflichen „Kommission sexueller Missbrauch“, der MHG-Studie und der Anträge auf Anerkennung des Leids in der Fachstelle Prävention und Intervention. Zusätzlich werden bei Bedarf Akten aus dem Personalreferat gelesen.

Im Heinrich-Theissing-Institut in Schwerin wurden die Ortsakten, das Tagebuch von Bischof Theissing bis 1983, die Heimbücher aus dem Kinderheim Neubrandenburg und der Schriftverkehr zwischen dem Bischöflichen Kommissariat, später Bischöflichen Amt Schwerin und dem Bistum Osnabrück durchgesehen.

Im Pfarrarchiv Neubrandenburg wurden die Akten zu Personalangelegenheiten, die Kirchenbücher und das Kommunionverzeichnis im Abgleich mit den Heimbüchern des Kinderheims, allgemeiner Schriftverkehr mit kirchlichen und staatlichen Stellen und auch die Pfarrchronik Neubrandenburg geprüft.

Gleichzeitig findet ein ständiger Austausch zwischen dem Forschungskonsortium und dem Beirat statt.

Stand: 31. Mai 2021