Aufarbeitung

Für die Anforderungen der MHG-Studie (Mannheim, Heidelberg und Gießen als Universitätssitz der drei leitenden Professoren) wurden ab 2016 für den Zeitraum von 1945-2014 die Personalakten, Akten der damaligen Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz, Ortsakten, bischöflichen Nachlässe und Archive anderer Provenienzen wie Stasiakten, Ordensarchivsakten oder das Bistumsarchiv Osnabrück herangezogen, um nach den Vorgaben der Studie die Rohdaten zusammenzustellen.

Erst nach Erschließung dieser Akten konnten wir uns im Erzbistum Hamburg einen Überblick verschaffen, welches Ausmaß an sexuellem Missbrauch es gegeben hat, wohlwissend, dass es noch eine hohe Dunkelziffer gibt. Für die Dunkelziffer gibt es verschiedene Gründe. Die Akten wurden nicht manipuliert, stattdessen aber lückenhaft und unzureichend geführt oder Schriftstücke nicht nach Aufgabe abgelegt. Wir gehen davon aus, dass sich nicht alle vom sexuellen Missbrauch betroffenen Personen gemeldet haben und daher auch noch weitere Wissenslücken möglich sind.

Auffällig am Ergebnis der Studie war, dass 16 der 33 beschuldigten Priester in Mecklenburg den sexuellen Missbrauch begangen haben. In Hamburg und Schleswig-Holstein leben zusammen rund 360.000 Katholiken, in Mecklenburg etwa 40.000 Katholiken, es muss also systemische Gründe geben, warum der sexuelle Missbrauch in Mecklenburg gehäuft auftrat. In Neubrandenburg sind besonders viele Personen vom sexuellen Missbrauch betroffen.