Grenzverletzungen

Der Begriff „Grenzverletzung“ umschreibt ein einmaliges oder gelegentliches unangemessenes Verhalten, das nicht selten unbeabsichtigt geschieht. Dabei ist die Unangemessenheit des Verhaltens nicht nur von objektiven Kriterien, sondern auch vom subjektiven Erleben des betroffenen jungen Menschen abhängig. Grenzverletzungen sind häufig die Folge fachlicher bzw. persönlicher Unzulänglichkeiten einzelner Personen oder eines Mangels an konkreten Regeln und Strukturen. Sie liegen unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit.

Beispiele:

» Missachtung persönlicher Grenzen- Eine tröstende Umarmung, obgleich dies dem Gegenüber unangenehm ist

» Missachtung der Grenzen der professionellen Rolle – Ein Gespräch über das eigene Sexualleben

» Missachtung von Persönlichkeitsrechten – Die Verletzung des Rechts auf das eigene Bild durch Veröffentlichung von Bildmaterial über Handy oder im Internet

» Missachtung der Intimsphäre – z. B. Umziehen in der Sammelumkleide eines Schwimmbads, obwohl sich ein Mädchen oder ein Junge nur in der Einzelkabine umziehen möchte