Betroffenenrat

Stand: 6. Oktober 2021

Öffentlicher Aufruf zur Begleitung der Aufarbeitung in der Metropolie durch im Bereich der Metropolie (Bistum Hildesheim, Osnabrück und Erzbistum Hamburg) von sexueller Gewalt betroffene Menschen.

Einsendefrist : 30.11.2021

Weiterführende Dokumente und Informationen:

  1. Statut zur Errichtung eines gemeinsamen Betroffenenrates
  2. Interessenbekundung Betroffenenrat
  3. Auswahlgremium
  4. Medieninformation
  5. Hinweise zum Datenschutz

Die Forderung zur Beteiligung von Betroffenen an den verschiedenen Aufarbeitungs- und Präventionsaufgaben in der katholischen Kirche wird immer wieder zu Recht erhoben. Die Berücksichtigung der Sichtweise von Menschen, die von sexuellem Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche in Deutschland betroffen sind, ist bei allen Aufarbeitungsprozessen unverzichtbar. Als Aufgabenstellung sollen Betroffene die bereits laufenden Prozesse zur Prävention und Aufarbeitung bewerten und begleiten. Sie arbeiten als Expert_innen in den Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs auf der Ebene der (Erz-) Diözesen. Sie gestalten und begleiten auf Anfrage den Austausch der Gremien und Kommissionen in den Diözesen. Sie wirken somit auch als Impulsgeber. In der Metropolie soll die geforderte Beteiligung durch einen gemeinsamen Betroffenenrat gewährleistet werden. Der Betroffenenrat entsendet drei Personen als Mitglieder in die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs der Metropolie.

Mit der Bitte um Mitwirkung in einem Betroffenenrat auf Ebene der Metropolie Hamburg wenden sich die (Erz-)Bischöfe Heße, Bode und Wilmer an die Öffentlichkeit. Sie haben mit der gemeinsamen Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung (→ Statut zur Errichtung eines gemeinsamen Betroffenenrates) den Weg zur Konzipierung eines Betroffenenrates vorbereitet.

Menschen, die in der Metropolie Hamburg von sexueller Gewalt im kirchlichen Kontext betroffen sind, werden gebeten, sich im gemeinsamen Betroffenenrat der Metropolie Hamburg zu engagieren und damit die fachliche Weiterentwicklung des Umgangs mit Fragen der sexualisierten Gewalt in der Metropolie Hamburg zu unterstützen. Der Betroffenenrat in der Metropolie Hamburg besteht aus bis zu neun Personen.

Im Auswahlverfahren entscheidet ein Gremium aus externen Fachleuten und möglichst auch betroffenen Menschen nach folgenden Gesichtspunkten über die Mitwirkenden im Betroffenenrat:

  • Diversität hinsichtlich Geschlecht und Herkunft.
  • Unterschiedliche Kontexte sexualisierter Gewalterfahrungen in Bezug auf institutionelle, geografische und zeitliche Faktoren.
  • Personen, die als Minderjährige von sexueller Gewalt im kirchlichen Kontext betroffen waren, stellen nach Möglichkeit die Mehrheit der Mitglieder.
  • Liegen mehr Bewerbungen als vorgesehene Mitgliedschaften (neun Personen) vor, erstellt das Auswahlgremium eine entsprechende Liste zur Berufung durch die Bischöfe.

Das Auswahlverfahren erfolgt in zwei Schritten:

  1. schriftliche Interessenbekundung mit einem Formular online oder analog(→ Interessenbekundung Betroffenenrat)

Falls ein analoger Interessenbekundungs- Bogen benötigt wird, wenden Sie sich bitte ab dem 11.10.2021 an Herrn Ladleif, Koordinator und Begleiter für den  Betroffenenrat der Metropolie, Erzbistum Hamburg, Am Mariendom 4, 20099 Hamburg,   Telefon: 040 24877 100, erreichbar am Dienstag, Donnerstag und Freitag.

Einsendefrist: 30.11.2021

  1. persönliches Gespräch mit Mitgliedern des Auswahlgremiums. Dieses Gespräch findet voraussichtlich im Dezember 2021 oder Januar 2022 statt.

Das gesamte Auswahlverfahren kann sowohl in digitaler als auch in analoger Form ausgestaltet werden. Für die Durchführung des Verfahrens ist ausschließlich das Auswahlgremium verantwortlich. Dem Gremium gehören externe, unabhängige, qualifizierte Expertinnen und Experten und möglichst Personen aus dem Kreis der Betroffenen an. Die Mitglieder des Auswahlgremiums werden auf der Homepage des Erzbistums Hamburg genannt. Alle im Auswahlverfahren und im Betroffenenrat mitarbeitenden Personen achten auf die Einhaltung und den Schutz der Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten. Für alle Tätigkeiten, durch die der Schutz personenbezogener Daten berührt sein kann, gilt das Gesetz über den Kirchlichen Datenschutz (KDG) und die dazu ergangenen Ausführungsbestimmungen (→ Hinweise zum Datenschutz)

Die Berufung der Mitwirkenden soll spätestens vier Monate nach Beginn der heutigen Ausschreibung erfolgt sein. Die Amtszeit des Betroffenenrates kann bei Bedarf über drei Jahre hinausgehen.

Nach zwei Jahren erfolgt eine Auswertung der Arbeit des Betroffenenrates.

Der Betroffenenrat erhält auf Wunsch administrative Unterstützung und fachliche Begleitung bei der Vor- und Nachbereitung der Sitzungen durch eine kirchliche Stelle, die von den beteiligten (Erz-) Diözesen benannt wird.

Der Rat gibt sich eine Geschäftsordnung, in der insbesondere Regelungen zur Vertretung des Betroffenenrates gegenüber anderen Gremien und gegenüber der Öffentlichkeit festgelegt werden.

Der Rat tritt mindestens zweimal im Jahr zusammen (lt. Gem. Erklärung)

Aufwandsentschädigung und Stärkung der Autonomie

Den Mitgliedern des Betroffenenrats steht eine Aufwandsentschädigung zu. Näheres dazu finden Sie im Statut des Betroffenenrats( hier Verlinkung)

Auf Wunsch der begleitenden Betroffenen besteht die Möglichkeit, eine Supervision in Anspruch zu nehmen. Die Kosten hierfür werden durch die Metropolie übernommen.

Während der Mitwirkung im Betroffenenrat finden individuelle Aufarbeitungsprozesse weiterhin statt. Sie werden von der Metropolie respektiert und begleitet.